TU Berlin

FG LandschaftsökonomieDie Bedeutung von Kosten-Nutzen-Analysen in der gewässerpolitischen Entscheidungsfindung

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Projektdaten

Projekttitel:
Die Bedeutung von Kosten-Nutzen-Analysen in der gewässerpolitischen Entscheidungsfindung
Förderung:
eigen
Kooperationspartner:
Laufzeit:
Bearbeiterin:
Alexandra Dehnhardt
Projektleiter:
-
Projekt Webseite:
-
Keywords:

Zusammenfassung des Dissertationsvorhabens

Ökonomische Ansätze haben seit Anfang der 1990er Jahre zunehmend Eingang in die europäische Umweltpolitik gefunden. Diese Entwicklung lässt sich beispielhaft an der europäischen Gewässerpolitik nachzeichnen: die EU-Wasserrahmenrichtlinie von 2000 misst der Anwendung ökonomischer Prinzipien eine bedeutsame Rolle beim Implementationsprozess bei und fordert explizit die Einbindung ökonomischer Instrumente sowie Analyse- und Bewertungsmethoden in die Bewirtschaftungsplanung. Inwieweit allerdings der ökonomische Wert aquatischer Ökosystemdienstleistungen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden muss oder sollte, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Diese Frage stellt sich insbesondere bei der Interpretation der ‚Unverhältnismäßigkeit von Kosten’ zum Erreichen der Umweltziele der WRRL, als ein wesentliches Kriterium für die Begründung von Ausnahmetatbeständen. Aus ökonomischer Sicht legt die Bewertung der Unverhältnismäßigkeit den Einsatz von Kosten-Nutzen-Analysen – unter Einbindung ökonomischer Werte auch von nicht-marktfähigen Leistungen – nahe.
Es gibt Hinweise darauf, dass die von der EU gesetzten Anforderungen an die ökonomische Bewertung im politisch-administrativen System der einzelnen Mitgliedsstaaten unterschiedlich interpretiert und institutionell umgesetzt werden. In Deutschland deuten erste Anzeichen darauf hin, dass umweltökonomische Bewertungen keine ausreichende Akzeptanz finden und (erweiterte) Kosten-Nutzen-Analysen in der gewässerpolitischen Entscheidungsfindung eine begrenzte Bedeutung haben. Dagegen scheint die Anwendung und politische Relevanz umweltökonomischer Bewertungsergebnisse in den angelsächsischen Ländern stärker ausgeprägt zu sein.
Zentrales Ziel des Dissertationsvorhabens ist es, am Beispiel der EU-Gewässerpolitik zu analysieren, ob und wie die normative Vorgabe einer verstärkten Orientierung der Umweltpolitik an ökonomischen Prinzipien im tatsächlichen Verwaltungshandeln in Deutschland und Großbritannien implementiert wird. Das umfasst zum einen die Analyse des politisch-administrativen Prozesses der Implementation in den beiden betrachteten Mitgliedsstaaten, zum anderen soll untersucht werden, ob sich das nationale Implementationsergebnis – die Relevanz prozeduraler ökonomischer Verfahren für den Entscheidungsprozess – mit den Erklärungsansätzen der politischen Ökonomie analytisch fassen lässt, oder ob und inwieweit weitere Determinanten, z.B. institutionelle Handlungsbedingungen, die Bedeutung von Kosten-Nutzen-Analysen beeinflussen.

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